Meisterehrung
Ochtendung. Es war keine einfache Saison, die Präsident Ulrich Klaus bei der Meisterehrung des Tennisverbandes Rheinland am 24. November 2011 in der Ochtendunger Kulturhalle Revue passieren ließ: „Schwierige Terminlage“ durch frühen Beginn der Sommerferien, Umstellung auf Vierermannschaften. Wenn Klaus dennoch von einem „reibungslosen Ablauf“ sprechen durfte, so spricht dies für die gute Vorarbeit des Verbandes sowie für die Einsicht der Vereine.
Auf ein Jahr, „wie es kaum besser hätte laufen können“, dufte Jan Porteset vom Andernacher TC blicken, der beim ITF Junior´s Circuit insgesamt fünf hervorragende Platzierungen erreichte und zum Quartett der jungen TVR-Akteure gehörte, die zum Abschluss des offiziellen Veranstaltungsteiles für ihre Erfolge auf internationaler Ebene ausgezeichnet wurden.
Mit charmant-strenger Routine führte Anneliese Schönberg durch die Jubiläumsveranstaltung, vom TVR zum 30. Mal durchgeführt – Anneliese Schönberg fehlte nur bei der Ehrungspremiere, „da war ich noch nicht in Diensten des Verbandes“ – und zum fünften Mal in der Rundhalle von Ochtendung, die an diesem Abend von ca. 310 Besuchern gefüllt war. LSB-Vize Günther Berg, -Geschäftsführer Lothar Westram, Landesverbands-Jugendwart Edgar Helm und -Geschäftsführer Joachim Dafferner, TVR-Ehrenmitglied Hans-Werner Kambeck sowie Heinz Wagner, Ex-Sportwart des DTB, erfuhren eine besondere Begrüßung durch den Verbandspräsidenten. Nach seinem Rückblick auf die – gemeisterten – Schwierigkeiten des Jahres, die sich aufgrund des auch in 2012 wieder frühen Sommerferienbeginns wiederholen, kündigte Ulrich Klaus eine Neuerung fürs kommende Jahr an: „Der Matchtiebreak kommt wieder.“ Der verkürzte dritte Satz, nicht immer von allen Akteuren geliebt, werde mittlerweile von mehr als 80 Prozent der DTB-Aktiven gespielt. „Der Tennisverband Rheinland soll nicht als Insel zurückbleiben“, mahnte Ulrich Klaus, war man bisher doch Vorreiter und Pionier mit TORP und LK, TennisOnline und Leistungsklasse mit Punktwertung, die „mittlerweile fast im gesamten DTB-Bereich übernommen wurden“, wie Klaus zufrieden fest stellte.
Zufrieden zeigte sich der Verbandspräsident zum Abschluss seiner Ansprache auch mit der „guten Entwicklung im Jüngstenbereich“ und mit der hervorragenden Zusammenarbeit mit Sportinternat und Sport-Eliteschule. „Der neue DTB-Präsident Dr. Altenburg informierte sich kürzlich ausgiebig über unser Konzept“, berichtete Ulrich Klaus.
Mit den Jüngsten ging es dann auch weiter, als Anneliese Schönberg auf der Bühne das Wort übernahm und mit der Auszeichnung der Rheinlandmeister U9 / U10 den fast zweistündigen Ehrungsmarathon startete. Besonders viel Beifall gab´s dabei für die deutschen Vizemeister Herren 50 des TC BW Bad Ems. „Damit hatte keiner gerechnet, und einen solchen Erfolg können wir wohl auch nicht mehr wiederholen“, erzählte der 62jährige Ludwigshafener Gerhard Pfitzer, der seit acht Jahren für Bad Ems spielt („Nächste Saison in der Herren-Mannschaft 60“) und zudem noch Rheinland-Pfalz-Meister der Herren 60 geworden war – eine runde Freiplatz-Saison also für ihn.
Erfolge wiederholen konnten dagegen etliche spielstarke Einzelspielerinnen und -spieler wie Margreth Beyer (Andernacher TC), Ingrid Hübner (HTC Bad Neuenahr), Klaus Liebthal, Peter Olinger und Karl-Ludwig Müller (alle TC Bad Ems): Sie alle errangen Deutsche Meistertitel in den jeweiligen Altersklassen.
Auf internationaler Ebene weit vorn mischt Anna-Lena Friedsam vom Andernacher TC mit, Achte der deutschen Rangliste und Nr. 660 der WTA. „Nach meiner Verletzung bin ich im März gut in die Saison gestartet und habe im April im kroatischen Bol gleich das Endspiel erreicht“, berichtete sie. Nach einem Sommer, der „nicht so toll war“, folgte ein erfolgreicher Herbst mit Finalteilnahmen bei ITF-Damenturnieren im Oktober in Antalya und vor knapp zwei Wochen beim Hallenturnier im französischen Equerdreville.
„Bundestrainerin Barbara Rittner traut ihr in den nächsten drei Jahren den Sprung in die Top 150 der WTA zu“, sagte TVR-Präsident Ulrich Klaus. Wie Anna-Lena Friedsam ist auch Vereinskamerad Porteset Jahrgang ´94, er erhofft sich für seine letzte Junioren-Saison „die Grand-Slam-Qualifikation“. Dafür fehlen noch ein paar Ranglisten-Punkte, „wenn es für Australien nicht reicht, schafft er vielleicht den Sprung ins Junioren-Feld bei den French Open in Paris“, traut ihm TVR-Jugendwart Michael Montada den nächsten Schritt auf der Karriereleiter durchaus zu.
Und auch mit zwei weiteren Jugendspielern ist in der Zukunft sicher zu rechnen: DTB-Bundeskaderspieler Constantin Schmitz (Andernacher TC) konnte zuletzt im Oktober bei einem ITF-Turnier in Lettland auf sich aufmerksam machen, Jan Choinski vom TC Oberwerth Koblenz errang zur selben Zeit seinen ersten Titel auf dem ITF Junior’s Circuit.
Thomas Wächtler





















































