Koblenz Open haben zwei Grand Slam Sieger im Doppel …

… und einen Halbfinalisten der French Open hervorgebracht. 

Das hättest du nicht gedacht, oder? Andreas Mies und Kevin Krawietz haben in Koblenz schon aufgeschlagen, allerdings nicht als Team. Andy Mies war 2017 zu Gast und überstand an der Seite von Rameez Junaid die erste Runde. Kevin Krawietz scheiterte 2017 und 2018 jeweils direkt mit Ruan Roelofse und Julian Knowle. Ist es also leichter die French Open zu gewinnen oder in das Halbfinale in Wimbledon einzuziehen als in Koblenz zu siegreich zu sein? Scheint so.
Den Schwung aus der letztjährigen Finalteilnahme mitgenommen hat auf jeden Fall der Slowake Filip Polasek. An der Seite von Jürgen Melzer verlor er zwar das Endspiel, aber gerade erreichte er mit seinem neuen Partner Ivan Dodig das Halbfinale bei den Australian Open. Lohn der Mühen ist sein Alltime-High in der Weltrangliste auf Platz 7. Jürgen Melzer hat schon zwei Grand Slam Titel eingeheimst. Mit Phillipp Petzschner holte er in Wimbledon 2010 und bei den US Open 2011 den Titel. Franko Skugor scheiterte 2017 in Koblenz übrigens auch in Runde eins mit Marius Copil. Im selben Jahr und auch im Folgenden scheiterte er denkbar knapp jeweils in Fünf Sätzen im Halbfinale von Wimbledon. Gegner 2018 waren die Bryan Brüder und 2017 Oliver Marach/Mate Pavic. 15:17 endete Durchgang fünf.
Doch auch die Einzelspieler der Koblenz Open haben schon großartige Erfolge gefeiert. 2018 spielte Marco Checchinato gegen Mats Moraing in der zweiten Runde und war beim 4:6 und 4:6 gegen den späteren Champion chancenlos. 4 Monate später besiegte er bei den French Open David Goffin und Novak Djokovic. Erst Dominic Thiem konnte ihn im Halbfinale stoppen. Bis auf Rang 16 schaffte es Checchinato. Sein Alltime-High hat der Pole Hubert Hurkacz gerade erst mit Rang 28 erreicht. 2018 spielte er in einem denkwürdigen Match gegen den Russen Alexey Vatutin, das er mit 6:7 im dritten Satz abgeben musste.

Mit Mikael Ymer und Casper Ruud waren 2019 zwei hochgehandelte Young Guns in Koblenz zu Gast. Ymer hat sich im vergangenen Jahr von der 195 bis zur 73 hochgearbeitet. Casper Ruud hat es sogar schon zu 46 im ATP Ranking gebracht. Noch einen Rang höher ist Maximilian Marterer geklettert. 2017 hatte er zum ersten Mal in Koblenz aufgeschlagen. Die Erstrundenniederlage gegen den Schweizer Yann Marti hatte der gebürtige Nürnberger sehr gut weggesteckt, denn zum Jahresende kam der Einzug in die TOP100 und nachfolgend tolle Siege über Diego Schwartzman, Denis Shapovalov (Roland Garros), Gael Monfils und Fernando Verdasco (Australian Open).

Turnierdirektor Heiko Hampl freut sich schon auf die neuen Geschichten der diesjährigen Koblenz Open Teilnehmer und sagt: „Bei einem Mikael Ymer konnte man schon sehen, dass er noch weit nach vorne kommen wird. Zu gut ist das gesamte Paket. Bei vielen anderen Spielern ist man über die Entwicklung manchmal selbst überrascht. Dass ein Checchinato das Halbfinale in Roland Garros erreichen würde, konnte man nicht vorhersehen. Aber das ist genau der Reiz der ATP Challenger. Das Level der Challenger ist so hoch, dass wer sich in die TOP 100 spielt schon etwas besonderes mitbringen muss. Man sieht es auch an Spielern wie Robredo, Golubev und Gulbis, die allesamt bei uns waren kurz nachdem sie aus ganz hohen Ranglistenpositionen die TOP 100 verlassen mussten. Sie haben den Weg zurück bisher nicht geschafft. Die Challenger sind ein großes Haifischbecken und wir durften schon besonders gefährliche weiße Haie begrüßen. Ich bin gespannt, wer dieses Mal zubeißt“.