Bundesverdienstkreuz für Ulrich Klaus

Waldesch, 23.09.2020. Seit fast 40 Jahren betätigt sich Ulrich Klaus ehrenamtlich. Der langjährige und aktuelle Präsident des Deutschen Tennisbundes (DTB) und des Tennisverbandes Rheinland (TVR) bekam nun für sein Engagement auf Vorschlag von Ministerpräsidentin Malu Dreyer von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die feierliche Überreichung der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland im Bürgerhaus von Waldesch übernahm Dr. Alexander Wilhelm, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, im Namen des Bundespräsidenten. In seiner Laudatio hob Staatssekretär Dr. Wilhelm einige bemerkenswerte Stationen im langjährigen und vielfältigen ehrenamtlichen Engagement von Ulrich Klaus hervor. Als Idealist und Sportenthusiast bekannt, hatte er gerade in der jüngeren Zeit als Präsident des Deutschen Tennis Bundes großen Anteil an der Sanierung der Geschäftsstelle und des Stadions am Hamburger Rothenbaum. Zudem war er maßgeblich daran beteiligt, dass die Bundestützpunkte im Tennis mit öffentlichen Fördergeldern unterstützt werden und eine Vielzahl an Sponsoren dank Klaus gewonnen werden konnte. Auch auf der internationalen Tennisbühne sei er für sein souveränes Auftreten und seine beispielhafte Identifikation mit seiner Aufgabe bekannt.

Im Anschluss an die Laudatio und die offizielle Verleihung des Ordens (Corona-bedingt konnte Dr. Wilhelm den Orden nicht selbst anstecken, diese Aufgabe übernahm Klaus‘ Ehefrau Ursula ) zeigte sich der Geehrte in seiner Dankesrede sichtlich bewegt. „Es ist eine große, große Ehre für mich in meiner Heimat Waldesch diesen Orden überreicht zu bekommen. Der Weg war ein sehr langer, auf dem ich glücklicherweise Probleme nie persönlich genommen habe. Ich denke dies ist der Grundstein für ein solches Engagement. Als ich von der Auszeichnung erfuhr, war ich einen Moment lang sprachlos und konnte es nicht glauben. Das Ehrenamt war schließlich nie eine Last für mich. Mein Dank gilt allen Wegbegleitern, die mitgewirkt haben sowie meiner Familie. Ich werde auch weiterhin Zeit im Ehrenamt verbringen. Das ist noch nicht der Schlusspunkt“, sagte Klaus in seiner Dankesrede zu der kleinen Runde der Gäste. Corona-bedingt war die Teilnehmerzahl vom Ministerium auf ein Minimum begrenzt.

Mit 10 Jahren entdeckte Klaus in seiner baden-württembergischen Heimat die Liebe zum Tennis, die ihn bis heute begleitet. Später kümmerte sich er dann in Waldesch um die meist jugendlichen Fußball- und Tennisspieler des Ortes, und ab 1986 engagierte er sich erstmals im Tennisverband Rheinland, zunächst als Jugendspielleiter, dann als Referent für Breitensport. Bereits ab 1989 als Mitglied im Präsidium des TVR, wurde er 1995 zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt führt der pensionierte Gymnasiallehrer trotz zwischenzeitlicher Präsidentschaft im Tennisverband Rheinland-Pfalz (2003-2015) und aktueller Präsidentschaft beim Deutschen Tennisbund (seit 2014), dem mit 1,4 Millionen Mitgliedern größten Tennisverband der Welt, vor allem auf Bitten zahlreicher Vereinsmitglieder und Präsidiumskollegen bis heute aus. Zudem gehört Klaus seit dem Vorjahr dem „Board of Directors“, einem wichtigen Gremium der Internationalen Tennisföderation (ITF), an. Klaus gilt dabei in all seinen Ämtern als „naher Präsident“, der sich auch um die kleinen Vereine an der Basis des Tennissports kümmert. Insbesondere als Vermittler wie bei einem Rechtsstreit zwischen der Vereinigung der Profispieler (ATP) und dem DTB, der nicht zuletzt wegen Klaus mit einem außergerichtlichen Vergleich beendet werden konnte, verschaffte sich der Waldescher auch auf der internationalen Tennisbühne Respekt. Im Tennisverband Rheinland  entstand unter seiner Federführung 1998 das Landesleistungszentrum auf der Koblenzer Karthause. Auf nationaler Ebene hat sich Klaus beim DTB seit seiner ersten Wahl zum Ziel gesetzt, den elitären Habitus und die alten Strukturen des Verbandes aufzubrechen. Dies scheint mit der Entwicklung eines neuen „Wir-Gefühls“ und einer effizienteren und moderneren Arbeitsweise durchaus gelungen zu sein. 2017 wurde Klaus in seinem Amt als DTB-Präsident bestätigt. Ans Aufhören denkt er derweil noch nicht. Neben den Aufgaben als Präsident des TVR und des DTB reizt ihn vor allem seine neue Aufgabe bei der internationalen Tennisföderation. „Der Kreis schließt sich hier ein wenig. Ich kümmere mich vor allem um die Junioren, was schon immer mein Steckenpferd war. Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch immer noch beim DTB und im Rheinland einiges zu tun“, erklärte Klaus, der im November für eine dritte Amtszeit als DTB-Präsident kandidieren wird. Seine Motivation für das Ehrenamt zieht er dabei immer noch aus dem Sport selbst. „Als Jugendlicher war es am Wochenende immer das Wichtigste, auf dem Platz zu stehen. Dabei habe ich schon früh gemerkt, dass es auch neben dem Platz in einem Verein und später in einem Verband viel zu tun gibt. In meiner Laufbahn kam schließlich eins zum anderen. Ich habe diese ganzen Ämter nicht angestrebt, sondern sie haben sich ergeben. Einige Male konnte ich schlichtweg auch nicht nein sagen“, erklärte Klaus zum Abschluss mit einem Lächeln auf den Lippen.

… lesen Sie auch die Pressemitteilung des Deutschen Tennis Bundes