Meisterehrung

Meisterehrung 2019: Eine runde Sache

Es ist jedoch keine Tennishalle, sondern die Kulturhalle in Ochtendung, in die der Tennisverband Rheinland traditionell am letzten Donnerstag im November zu seiner Meisterehrung einlädt. So konnte TVR/DTB-Präsident Ulrich Klaus auch in diesem Jahr wieder mehr als 260 Teilnehmer begrüßen, die in einer illustren Runde zum letzten semi-sportlichen Event des Jahres am 28.11.2019 zusammen gefunden hatten.

In seiner Begrüßung umriss Präsident Klaus die aktuelle Lage im TVR wie Mitgliederentwicklung und Finanzlage, freute sich über die Verbandsspiele im Sommer, die trotz des recht kleinen Zeitfensters problemlos verliefen, gab einen kurzen Einblick in den aktuell mit 44 jungen Spielern bestückten Verbandskader und lobte die positive Entwicklung der seit rund einem Jahr installierten Tennis-Base (Trainingszentrum) für TVR-Jung-Profis im LLZ.
Und dann plauderte er noch ein wenig aus dem Nähkästchen (des DTB), z.B. über das „neue“ Davis-Cup-Finale, das in der letzten Woche in Madrid stattfand und bei dem es viel (sportliches) Licht aber auch (organisatorischen) Schatten gab. Mit einem Ausblick auf den Fed-Cup im kommenden Jahr sowie auf das neue LK-System des DTB, das zum 01. 11. 2020 in Kraft treten wird, beendete Ulrich Klaus seine Ansprache und übergab das Mikrophon an Anneliese Schönberg, die alljährlich mit der Organisation und Ausführung der Veranstaltung betraut ist und die Meister der vergangenen Spielsaison in den folgenden zwei Stunden gruppenweise in zwei Ehrungsblöcken auf die Bühne bat.

Von den jüngsten Spielern der U9 bis zu den ältesten Tenniscracks, die auch mit 75 noch mit viel Leidenschaft das Racket schwingen, waren alle Altersklassen vertreten. Und egal, ob ITF-Sieger/in oder Gewinner/in des Bambini-Cups: Alle Erfolge der Saison wurden gleichermaßen herzlich mit Beifall bedacht. In zwei Blocks galt es, 39 Einzelspieler und 31 Mannschaften für ihre Siege in der abgelaufenen Tennissaison auszuzeichnen, und gegen Ende, als schließlich Anna-Lena Friedsam als Deutsche Meisterin geehrt wurde, herrschte aufmerksame Ruhe im Publikum, als sie sich in einem kurzen Interview durch Präsident Klaus über ihre Karriere äußerte.

Ein besonderes Highlight war zwischen den beiden Blöcken der Auftritt des Akrobaten-Duos Lizzard, die das Publikum mit einer atemberaubenden Darbietung verzauberten und bei einem weiteren Auftritt zum Schluss noch einmal Herzschlag-Artistik boten. Dass es sich dabei um eine Premiere handelte, machte den Auftritt umso attraktiver.

Mit einem gemeinsamen Foto aller Spieler auf der Bühne und der anschließenden Schlacht am (heißen) Büffet endete die 38. Meisterehrung.  AS

Info:

Die nächste Meisterehrung findet im November 2020 statt. 

>> Liste der Meister 2019

 Tennisverband Rheinland ehrte seine Meister des Jahres 2018

Einen „anderen Modus“ kündigte Ulrich Klaus an, als er die 37. Meisterehrung des Tennisverbandes Rheinland in der Ochtendunger Kulturhalle eröffnete. Und dann las der DTB- und TVR-Präsident den Anwesenden die Leviten.

Das Verbandspräsidium, so Klaus, habe beschlossen, diesmal auf die traditionelle Begrüßungsrede des Präsidenten zu verzichten. „Lärmpegel und Unaufmerksamkeit“ im Publikum hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass „nicht mehr richtig zugehört“ wurde, stellte der ehemalige Gymnasiallehrer fest und sorgte damit für gespannte Ruhe in der gut besetzten Halle. Und dann wurde es doch eine Ansprache, wenn auch kürzer als gewohnt. „Ich habe mich dazu hinreißen lassen“, so „Sepp“ Klaus später. Von einem ereignisreichen Jahr berichtete er, mit „viel Engagement“, obwohl die Zahl der Aktiven „leider rückläufig“ sei. „Die Wirkung des LK-Systems hat nachgelassen, aber es wird renoviert“, kündigte Ulrich Klaus an. Der Ranglisten-Ausschuss wird sich mit dem „dicken Bauch“ des Bereiches LK 18 bis 23 befassen, ebenso mit der Anerkennung der Doppelspiele und der Einbeziehung der U10. Als Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hob Klaus die Highlights Wimbledon (Angelique Kerber) sowie ATP-Finale (Alexander Zverev) hervor, warf einen Blick auf die Davis-Cup-Begegnung mit Ungarn am 1./2. Februar in Frankfurt und auf das neue Davis-Cup-Reglement: „Wie das funktionieren soll, weiß man noch nicht.“

Dann gab der Verbandspräsident „Feuer frei“ für die Ehrung, die zahlreiche Tennisfreunde angelockt hatte und die von Anneliese Schönberg in bewährter charmanter wie bestimmter Manier („Für jeden nur ein Nikolaus“) dirigiert wurde. 79 Namen tauchten auf der Meisterliste auf, insgesamt wurden 36 Vereinsmeister und 43 Einzelsieger geehrt, die der Reihe nach auf die Bühne gebeten wurden. In einer Pause zur Hälfte der knapp zweistündigen Veranstaltung lockerte das Akrobatik-Duo Lizzard mit einer vielbestaunten Vorführung die Stimmung auf. Zum nächsten Höhepunkt bat Organisatorin Schönberg eine Handvoll rüstiger älterer Herren auf die Bühne. „Es ist ganz besonders erfreulich, dass uns das Jahr 2018 einen veritablen deutschen Meister beschert hat“, rief Anneliese Schönberg unter großem Beifall ins Publikum, dann betraten die Spieler der Herren75-Mannschaft des TC Siershahn das Podest. Erstmals sei ein nationaler Mannschafts-Titelkampf in dieser Altersklasse ausgetragen worden, berichtete Teamkapitän Dieter Roth, deutscher Doppel-Vizemeister in der Halle. Im Finale bezwangen die Westerwälder, in deren Reihen neben Roth auch der zweimalige deutsche Vizemeister und Weltranglisten-Sechste Heinz Wagner stand, Gastgeber TV Espelkamp mit 3:3/7:6. „Es war ganz knapp, der Erfolg stand nach dem glatten Sieg des ersten Doppels fest“, erläuterte Roth. Den entscheidenden Satz hatte Gordon Waygood bei seiner 1:2-Niederlage geholt, „danach war es ein Rechenexempel“, ergänzte Mannschafts-Manager Horst Bitschkus.

Den „größten Erfolg meiner Karriere“ feierte Roman Garzorz vom TC Oberwerth mit der deutschen Freiplatz-Vizemeisterschaft an der Seite seines Vereinskameraden Lars Wellmann im Doppel Herren 40, nachdem er zusammen mit seinem Doppelpartner vorletztes Jahr DM-Dritter geworden war. Wellmann wurde in Bad Neuenahr zudem Einzel-Vizemeister, bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften holte er sich den Einzeltitel in der Klasse Herren 30. Zwar gibt es das Koblenzer Doppel kommende Saison nicht mehr, weil Garzorz, der dieses Jahr auch Rheinland-Pfalz-Meister Herren 40 (Freiplatz) wurde, nach Bad Ems wechselt. „Aber bei den deutschen Meisterschaften in Bad Neuenahr wollen wir nächstes Jahr endlich den Doppel-Titel gewinnen“, kündigte er an. Für Margreth Beyer vom Andernacher TC ist eine Meisterehrung  schon Routine, auch wenn sie den angestrebten Titel in diesem Jahr verpasste. „Eigentlich wollte ich meinen Titel als deutsche Meisterin bei den Damen 60 erfolgreich verteidigen“, meinte Beyer, die immerhin in Baden-Baden Europameisterin wurde: „Glück für mich, dass meine französische Halbfinalgegnerin nicht antrat“, stellte Beyer fest. „Das wäre ganz eng geworden.“ 2019 ist ihr letztes Jahr bei den Damen 60, „da will ich in den vier, fünf großen Turnieren immer wenigstens ins Halbfinale kommen“, lautete ihr Wunsch. „Ich freue mich schon darauf, das ist wie ein Wiedersehen in einer großen Familie.“

Nachdem TVR-Präsident Ulrich Klaus den offiziellen Ehrungsteil beendet und ans Buffet gebeten hatte, ergänzte er in kurzen Worten, was ungesagt blieb, weil er ja keine Eröffnungsrede halten wollte. Zum Beispiel die gute Kaderarbeit, u.a. mit den beiden Talenten Mika Lipp und Dana Heimen aus Mainz bzw. Ludwigshafen. „Ich hätte aber auch über die finanzielle Lage des TVR gesprochen“, betonte Klaus. „Denn langsam wird es eng für uns.“   

Thomas Wächtler 

Meisterehrung 23. 11. 2017 in Ochtendung

Applaus für zwei deutsche Meister und eine gestandene Tennis-Lady

Tennisverband Rheinland ehrt in Ochtendung zum 36. Mal seine erfolgreichsten Spielerinnen und Spieler

Ochtendung. Zum Abschluss gab TVR-Präsident den jungen Spielern noch einen Mutmacher mit auf den Weg. Vor gut sieben Jahren, im Juli 2010, standen sich im Finale des Trierer Grand-Prix-Turnieres die beiden Spieler gegenüber, die jüngst den Titel ATP-Weltmeister unter sich ausmachten.

„Ein Trierer Tennisfreund hat mir gerade diesen Zeitungsausschnitt in die Hand gedrückt“, erzählte Ulrich Klaus, nachdem er in der Kulturhalle Ochtendung am Ende der TVR-Meisterehrung, von diesen beiden Endspielen Dimitrow vs. Goffin – zweimal in drei Sätzen zugunsten des Bulgaren – berichtet hatte. Der TVR-Präsident, gerade an der DTB-Spitze wiedergewählt, ließ es sich nicht nehmen, anhand dieses Beispiels vor allem gegenüber den jungen TVR-Aktiven anzudeuten, was aus den Finalisten eines Regionalturnieres mit 1300 Dollar Siegprämie noch werden kann.

Ingrid Hübner vom HTC Bad Neuenahr darf das mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Sie blickt bereits auf eine lange, sehr lange Tenniskarriere zurück. Im März wird sie 90 Jahre alt, in Ochtendung wurde sie nun zum letzten Mal geehrt, für die deutsche Vizemeisterschaft Damen 85. Jetzt hat sie den Schläger beiseite gelegt, „es ist ja niemand mehr da, gegen den ich spielen kann.“ Es war ein würdiger und mit viel Applaus bedachter finaler Moment dieser zweistündigen Veranstaltung, der 36. TVR-Meisterehrung, zum elften Mal im Ochtendunger Kultur-Rundbau, als Ulrich Klaus und Anneliese Schönberg, die mit charmanter Routine durch die Ehrungsprozedur führte, Ingrid Hübner sowie die deutschen Meister Margreth Beyer und Lars Wellmann auf die Bühne baten. Beyer hatte bei den deutschen Senioren-Meisterschaften in Bad Neuenahr das Finale Damen 60 gewonnen, Wellmann wurde wie schon vor zwei Jahren für den DM-Erfolg Herren 40 geehrt. Wie die Andernacherin Beyer anmerkte, hätte sie auch gern den Hallentitel geholt, „aber zu Beginn der Saison hatte ich eine nicht so gute Phase.“ Doch dann lief es rund bei ihr, mit der  Revanche für das Hallen-Aus im Halbfinale gegen Sabine Schmitz aus Essen und dem Titelgewinn. Lars Wellmann vom TC Oberwerth durfte sich gleich zweimal freuen, über den Verbandsliga-Aufstieg der TCO-Herren 30 und über seine zweite deutsche Meisterschaft Herren 40. „Beides war eigentlich gar nicht so schwer“, berichtete der Koblenzer. Die Mannschaft ist jetzt in der Klasse angelangt, „in der wir uns wohlfühlen“, und beim Einzel-Erfolg in Bad Neuenahr kam er durch den Achtelfinal-Erfolg gegen den bayerischen Titelverteidiger Christian Fuchs so in Schwung, „dass es kein enges Match mehr gab.“

Insgesamt 85 Ehrungen galt es in der gut gefüllten Kulturhalle zu absolvieren, aufgelockert durch gelungene multikulturelle Tanz- und Gesangsdarbietungen, wobei sich die Musical-AG der Plaidter IGS Pellenz mal im Westernstyle und mal orientalisch in einem Ausschnitt des Musicals „Sternenprinzessin“ präsentierten. Viel Beifall als gerechter Lohn, was ebenso gilt für dritte DM-Plätze von Axel Hüttner (TC Idar-Oberstein) und Thomas Kiesslich (TC Diez), Jugend-Hoffnung Tristan Reiff vom Andernacher TC und auch für den rheinland-pfälzischen Top-Spieler Benjamin Hasssan (TC Neuwied). Vor einer interessanten Saison stehen die Herren 40 des TC BW Bad Ems, die als Meister der Südwestliga in die Regionalliga Südwest aufgestiegen sind. „Wir sehen uns als Außenseiter, wollen aber nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, nannte Markus Henkel das Ziel für die kommende Spielzeit, in der es u.a. zum Derby gegen den TC Oberwerth kommt.

Eingeleitet hatte die Meisterehrung Präsident Klaus mit einigen Daten der vergangenen Saison (sieben Verbandsspieltage mit 2000 Mannschaften und 7500 Begegnungen), Hinweisen auf den frühen Spielbeginn 2018 (26.4.) und die Komplettierung des Trainerteams durch den Bad Emser Dennis Gilberg. Der hat es zusammen mit Landescoach Sascha Müller im TVR-Kader mit 45 Spielerinnen und Spielern der Jahrgänge 2010 und älter zu tun. „Insbesondere die Altersklassen U8 bis U11 entwickeln sich hervorragend“, lobte der TVR-Präsident. Aushängeschild des Verbandes ist natürlich Anna-Lena Friedsam, die nach langer Verletzungspause ein erstes Turnier gewann (Shrewsbury) „und die sich derzeit auf die US Open vorbereitet.“

Eine stetig wachsende Zahl von LK-Turnieren sorgt für gegenseitige Konkurrenz, „da werden wir stärker regulierend eingreifen“, kündigte Ulrich Klaus an. Turniere sollten für bestimmte Altersklassen und LK-Bereiche ausgeschrieben werden. Werbung machte der TVR-Präsident abschließend für das Damenturnier AK Ladies Open in Altenkirchen (19. – 25.02.2018) und vor allem für die zweite Auflage des Koblenz Open (14. – 21.01.2018), des größten deutschen Hallenturnieres. „Interesse und Karten-Nachfrage sind riesig“, so Klaus. Wer weiß, vielleicht stehen sich die Koblenzer Finalisten in ein paar Jahren mal bei einem Grand-Slam-Endspiel gegenüber… 

Thomas Wächtler

Meisterehrung am 24. 11. 2016

Mehr Auszeichnungen als letztes Jahr
35. Meisterehrung des Tennisverbandes Rheinland – Präsident Klaus: Saison mit 8000 Begegnungen „eine organisatorische Meisterleistung“

Ochtendung. Ehrungen sind eine feine Sache, vor allem wenn sie regelmäßig vorgenommen werden, gut besucht sind und auf allgemeine Zustimmung treffen. All dies war bei der Meisterehrung des Tennisverbandes Rheinland der Fall, die zum 35. Mal in der gut gefüllten Kulturhalle Ochtendung stattfand, wo sich 280 Eingeladene sichtlich wohl fühlten.

„Wer eine Leistung erbracht hat, sollte auch ausgezeichnet werden“, sagte Sportbund-Präsidentin Monika Sauer, auf deren Grußwort Amtskollege Ulrich Klaus, Präsident von DTB und TVR, nicht länger warten konnte angesichts einer Vielzahl von Ehrungen. „Mehr als im letzten Jahr“, wie Anneliese Schönberg betonte, die gewohnt freundlich, souverän und mit dem notwendigen Tempo durch ein volles Programm führte.

Für die kulturelle Einstimmung hatten mit Gesang und Gitarre Paulina Wagner und Mael Brunner gesorgt und dabei bewiesen, dass auf dem Gymnasium Karthause nicht nur sportliche Talente heranwachsen. TVR-Präsident Klaus begrüßte anschließend neben Monika Sauer, die nach 75minütger (!) Fahrtzeit von Oberwerth nach Ochtendung leicht verspätet eintraf, weitere Ehrengäste: TVRP-Präsident Dieter Kirschenmann, LSB-Geschäftsführer Lothar Westram, Ex-LSB-Vize Günter Berg sowie die TVR-Ehrenmitglieder Hans-Werner Kambeck und Friedhelm Kurz. Dem folgten einige Daten zum Mannschaftstennis im Rheinland: Im dritten Jahr ohne Spielerpässe 2200 Mannschaften mit fast 8000 Begegnungen an sieben Spieltagen, „das ist immer wieder eine organisatorische Meisterleistung.“ Wegen der frühen Sommerferien starten die TVR-Klassen nächstes Jahr schon am letzten April-Wochenende in den Spielbetrieb.

>> Alle Meister 2016 auf einen Blick

Besonders erfolgreich in 2016 waren, von Anneliese Schönberg bei der Ehrung von insgesamt 33 Mannschaftsmeistern („Links auf die Bühne und rechts wieder runter, für jeden gibt´s einen Nikolaus“) jeweils viermal aufgerufen, HTC Bad Neuenahr und TC Blau-Weiß Bad Ems. Dreimal auf die Bühne durfte Alexander Jelen, Vorsitzender des TC Trier, stellvertretend für die abwesenden Damen 40 und Jungen U15 sowie als Mitglied der Herren 50. Besonders viel Beifall kassierten die Herren 60 des DJK Ochtendung, in der Rundhalle der Maifeld-Gemeinde richtete der TVR seine Feier bereits zum zehnten Mal aus und darf sich dort schon heimisch fühlen. Eine Doppelrolle spielte TVR-Präsident Klaus als Mitglied der geehrten Herren 65 des Post-SV Koblenz.

Im Programmpunkt Mannschaftstennis widmete sich der Verbandspräsident kurz der Umfrage zur Umstellung von 94 Teams auf Vierermannschaften; es bleibt bei der Sechser-Besetzung. Der erweiterte Sportbeirat des Landesverbandes beschloss, bei Spielgemeinschaften die Beschränkung auf eine Mannschaft je Altersklasse wegfallen zu lassen. Im Jugendbereich trat, wie Klaus ausführte, „eine komplett neue Situation“ ein, denn Bijan Wardjawand verabschiedete sich „nach 23 Jahren erfolgreicher Tätigkeit“ in die Selbstständigkeit. Der neue Verbands- und Landestrainer Sascha Müller war an diesem Ehrungsabend aus gutem Grund verhindert, denn er betreut seine jungen Spielerinnen und Spieler bei der Jugend-DM in Essen. Ein „erfahrener Mann“, so Klaus in einer kurzen Vorstellung („Er dürfte vielen hier in der Halle bekannt sein“) mit „konkreten Vorstellungen“, was die Zusammenstellung seines Trainerteams betrifft.

Sascha Müller darf sich freuen, das Training auf einem neuen Untergrund ausüben zu können. Im Landesleistungszentrum auf der Koblenzer Karthause spielen die 30 Kaderspieler künftig auf einem gelenkschonenden Rebound-Ace-Boden. Und während des Koblenz Open, Deutschlands größtem Hallenturnier vom 15. bis 22. Januar 2017 in der CONLOG-Arena, trainieren die Open-Teilnehmer auf der Karthause. Zu ihnen gehört Landesmeister Benjamin Hassan vom TC Neuwied, der mit einer Wildcard startet. „Mein Ziel ist es, die erste Runde zu überstehen“, gab er sich bescheiden. „Die sind doch alle viel besser als ich.“

Natürlich ein Thema in Ochtendung: Anna-Lena Friedsam, als Nr. 45 der WTA-Weltrangliste das Aushängeschild des TVR. In zehn Reha-Wochen kurierte sie ihre Wimbledon-Verletzung aus, ist derzeit in Urlaub und denkt über einen Saisonstart bei den Australian Open nach. Alternative wäre laut Klaus, ihr Ranking einfrieren zu lassen, „dann darf sie aber bis Ende Februar kein Turnier spielen.“

Über eine „tolle Entwicklung“ im Bereich der LK-Turniere freute sich Ulrich Klaus, im gesamten Bundesland sei man mittlerweile bei mehr als 800 beantragten Veranstaltungen angelangt. Allerdings „entwickelt sich das zu einem Problem, denn die Turniere rücken immer näher aneinander und machen sich gegenseitig Konkurrenz.“ Da müsse der Verband künftig stärker regulierend eingreifen. Nur Positives berichtete der DTB-Präsident Klaus vom Dachverband. Die Mitgliederversammlung in Frankfurt sei „einmütig und einstimmig wie selten zuvor“ abgelaufen: „Der DTB hat sich konsolidiert und ist sportlich wie finanziell zukunftsfähig.“

 Zum Abschluss der gut zweistündigen Veranstaltung rief Anneliese Schönberg 45 Einzel- und Doppel-Gewinner auf die Bühne. Der Bad Emser Horst Kelling, u.a. deutscher Hallenmeister Herren 65 und WM-Vierter Mannschaft, freute sich über sein „erfolgreichstes Jahr, verletzungsfrei und körperlich topfit“. Lars Wellmann vom TC Oberwerth, zusammen mit Sven Hüttner DM-Dritter im Doppel Herren 40, gestand: „Es hätte sogar mehr sein können, denn im Halbfinale führten wir mit 6:4 und 3:0 und dachten schon ans Endspiel.“ Man denkt an einen neuen Anlauf nächstes Jahr. Für Margreth Beyer (Andernacher TC), WM-Dritte Damen 60, Vize-Europameisterin und deutsche Dreifach-Meisterin, war es „die dritte Super-Saison hintereinander“, aber man könne immer dazulernen. Im nächsten Jahr will sie zunächst mal ihren DM-Hallentitel erfolgreich verteidigen „und dann wieder unter die Top Ten der Weltrangliste kommen.“ Wenn ihr das gelingt, wird man Margreth Beyer wie viele andere nächstes Jahr in Ochtendung wiedertreffen.

Thomas Wächtler